Gefährdung
In der Schweiz gelten 45 % der Wildbienenarten als gefährdet, in Deutschland sind es 52 %. Von den bisher in Liechtenstein nachgewiesenen Arten finden sich 22 % auf der Roten Liste der Bienen der Schweiz.
Die Gründe sind sehr vielschichtig. Zu den Hauptproblemen unserer Wildbienen zählen neben Pestiziden und dem Klimawandel vor allem Veränderungen in unserer Landschaft und der damit einhergehende Verlust von Lebensräumen. Dies führt zu
- Nahrungsmangel (zu geringes oder nicht passendes Blütenangebot)
- Nistplatzmangel (mögliche Nistplätze fehlen oder werden zerstört)
- Mangel an Nistrequisiten (Brutzellen können nicht artgerecht angelegt werden)
Zudem sind Wildbienen aufgrund der folgenden Eigenschaften besonders gefährdet:
- Wildbienen leben grossteils solitär (d.h. sie haben kein Volk)
- Wildbienen brauchen geeignete Kleinstrukturen und spezielles Baumaterial für ihre Nester (artspezifisch)
- Wildbienen brauchen oft ganz bestimmte Pflanzen (oligolektische Arten)
- Wildbienen haben eine geringe Fortpflanzungsrate
- Wildbienen haben einen kleinen Flugradius (oft 100 bis 300 m)
- Wildbienen haben nur eine kurze Vegetationsperiode von wenigen Wochen im Jahr
Wildbienen stellen also sehr besondere Ansprüche an ihren Lebensraum. In der kurzen Lebensphase als adultes Insekt haben sie meist nur wenige Wochen Zeit, um ihre Brutzellen anzulegen. Während dieser Zeitspanne müssen, neben den passenden klimatischen Bedingungen, generell drei Voraussetzungen erfüllt sein. Dies sind ausreichend Nahrungsressourcen, ein passender Nistplatz und die Verfügbarkeit der benötigten Nistrequisiten (Blütenblätter, Laubblätter, Lehm, Steinchen…). Fehlt eine dieser Komponenten, gibt es keine nächste Generation!