Nistweisen
Etwa zwei Drittel unserer Bienenarten nisten im Boden. Meist werden dabei selbstgegrabene Nester angelegt. Diese können wenige Zentimeter bis zu einem Meter in den Boden reichen. Viele Arten benötigen spezielles Bodensubstrat (Sand, Lehm und Löss). Aufgrund der fortschreitenden Bodenversiegelung sind diese Arten besonders gefährdet. Unter den heimischen Wildbienenarten nutzen v.a. Hummeln bereits bestehende Hohlräume im Boden. Gerne werden dabei Kleinsäugernester angenommen. Es kann dabei auch zu Kämpfen kommen, wobei die Hummel meist als Sieger hervorgeht.
Einige Hummelarten sind auf oberirdische Hohlräume angewiesen (z.B. hohle Bäume oder Vogelnester). Einige Wildbienenarten fertigen linienförmige, selbstgenagte Nester in markhaltigen Pflanzenstängel oder in Totholz an. Etwa 20 % unserer Bienenarten legt ihre Brutzellen in bereits bestehenden oberirdischen Hohlräumen an. Meist sind dies verlassene Käferfrassgänge in Totholz, aber auch hohle Pflanzenstängel oder Hohlräume in Mauern oder unter Steinen. Besonders ist die Nistweise in verlassenen Schneckenhäusern (einige Mauerbienenarten). Ein eher kleiner Artanteil der Harz-, Mauer-, Mörtel- und Blattschneiderbienen bauen zum Teil auch freihängende Nester aus Harz, Erde und Steinchen. Das Baumaterial wird mühsam herbeigetragen und mit Drüsensekreten verarbeitet. Einige dieser Arten konnten auch in der Möliholzröfi nachgewiesen werden.